Ein Preis für Verteidiger der Menschenrechte: Deutschland und Frankreich verleihen neue Medaille

Die tschadische Preisträgein Jacqueline Moudeïna Bild vergrößern Die tschadische Preisträgein Jacqueline Moudeïna (© Ronny Hartmann/photothek.net) Sie prangern Unrecht an, engagieren sich für Verfolgte, lassen sich nicht zum Schweigen bringen und riskieren oft ihre eigene Sicherheit: Menschenrechte brauchen Persönlichkeiten, die für sie kämpfen. Deutschland und Frankreich werden von nun an jedes Jahr Frauen und Männer aus der ganzen Welt, die sich besonders mutig für den Schutz von Menschenrechten eingesetzt haben, mit einer neuen Medaille auszeichnen.


Dass sich Deutschland und Frankreich zusammen für die Menschenrechte engagieren, ist nicht neu: In einigen Ländern wie Kolumbien, Mexiko, Nicaragua und Guinea wurden bereits deutsch-französische Preise für Menschenrechte verliehen. Zusammen können beide Länder noch effektiver die Arbeit von bedeutenden Menschenrechtsverteidigern hervorheben. Darum wird der deutsch-französische Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit von nun an weltweit ausgelobt.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten eine Urkunde und eine Medaille, die von der Künstlerin Anna Martha Napp gestaltet wurde. Die Medaille steht symbolisch für den tatkräftigen Einsatz für die Verteidigung der Menschenrechte und setzt ein starkes Signal der Anerkennung.

Gruppenbild BM Steinmeier mit den Preisträgern der Französisch-Deutschen Auszeichnung für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit Bild vergrößern Französisch-Deutsche Auszeichnung für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit (© Ronny Hartmann/phototkek.net) Jacqueline Moudeïna der Menschenrechtsorganisation „Association tchadienne pour la Promotion et la Défense des Droits de l’Homme“ gehört zu den 16 Preisträgern der neuen Medaille. Die anderen 15 Preisträger kommen aus Bangladesch, Weißrussland, Brasilien, Kamerun, Kanada, China, Costa Rica, Indien, Irland, Italien,  Jordanien, Pakistan, Russland, Syrien und Tschad.

Frau Moudeïna schloss sich aus dem Exil der Menschenrechtsorganisation an. Nach der Rückkehr in ihr Heimatland arbeitete sie, als eine der ersten Frauen im Tschad, als Anwältin und setzte sich für die Opfer des Habré-Regimes ein. Durch ihre Arbeit leistete sie einen wichtigen Beitrag dafür, dass Habré 2013 in Senegal verhaftet, vor Gericht gestellt und 2016 wegen Kriegsverbrechen, Folter und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Deutsch-französische Auszeichnung für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit

Logo des Deutsch-Französischen Preises für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit